Infobrief 7/2016

Liebe Mitglieder des BNFN,

wir wollen Ihnen am Jahresende einen Rückblick über die berufspolitischen Ereignisse und die Aktivitäten Ihres BNFN-Vorstands geben.

Auf einem Sonderärztetag am 24.01. wurde die unter Prof. Windhorst erarbeitete GOÄ-Reform verworfen. Der Neustart erfolgte als Chefsache der BÄK unter Federführung von F.U. Montgomery. Derzeit laufen die Anhörungen der Berufsverbände zur Erstellung der Gebührenordnungsziffern und ihrer Legenden. In die Verhandlungen der Berufsverbände in Berlin unter der Leitung von Dr. med. Markus Stolaczyk waren alle Vorstandsmitglieder des BNFN bis in den Oktober hinein eingebunden. Wir haben uns sehr lebhaft in die Diskussionen eingebracht und konnten uns durch intensive Mitarbeit Gestaltungsmöglichkeiten und Respekt als Berufsverband erarbeiten.

Am 25.01. nahmen, wie gesetzlich gefordert, die Terminservicestellen Ihren Dienst auf. Schnell zeigte sich, dass nach den Neurologen die internistischen Termine am gefragtesten waren. Wir wurden alle aufgefordert, 2 Termine pro Woche der Terminservicestelle zur Vermittlung zu melden. Nur 10% aller Termine wurden vermittelt und davon erschienen 20% der Patienten nicht zum Termin. Damit wurden durch das Gesetz ca. 70-80 Termine je Arzt/Jahr vernichtet.

Seit 01.04. können alle Vertragsärzte Reha-Behandlungen verordnen. Das Formular 60 entfällt, das komplizierte Formular 61 wurde stark vereinfacht.

14.04. Das Antikorruptionsgesetz wird verabschiedet. Danach ist die Verunsicherung noch größer: Belegkliniken trennen sich von Ihren Belegärzten, Pharmafirmen geben keine Insulin-Pens und BZ-Meßgeräte für Schulungen mehr ab. Zahlreiche KVen und ÄK bieten Seminare an: Die allermeisten ärztlichen Kooperationsmodelle sind völlig legal.

Die Wahlen zu den Bezirksstellen im Juni verliefen für die Fachärzte in den meisten Bezirksstellen nicht erfolgreich. Schuld war eine sehr niedrige fachärztliche Wahlbeteiligung < 50%. Während die durch eigene Kandidaten repräsentierten Fachgruppen (häufig: Internisten) relativ gute Ergebnisse erzielten, fehlten die unterstützenden Stimmen der ggf. nicht vertretenen Berufsverbände zu einem guten Gesamtergebnis.

Die zum 01.10. eingeführte Bundeseinheitliche Medikamentenplan BMP ist in den meisten Praxen noch nicht angekommen: zu Recht! Ein einheitlicher Medikamentenplan ist sicher zu befürworten, aber das vorgestellte Muster ist für Internisten u.a. unbrauchbar. Statt einer bewährten z.B. Excel-basierten Einbettung von Spezialplänen kann der 4-spaltige Standardplan keine Insulintherapien, keine Marcumarpläne, keine typischen Therapiepläne für M. Parkinson mit 5-6 Einnahmezeiten u.v.a.m. darstellen. Die angebotene Vergütung deckt nicht die Anschaffungskosten der Zusatzmodule der Praxissoftwarehersteller und die laufenden Kosten der BMP mit Zusatzplänen.

27. 10. Die Wahlen zur Vertreterversammlung in Niedersachsen verliefen für die Internisten gut. Neben 3 Facharztinternisten ohne Schwerpunkt (2 BNFN) wurden 3 Kardiologen und 1 Onkologe gewählt: 7 von 45 – stärkste Fachgruppe. Leider nahm der Kollege Hermes aus Osnabrück wegen berufspolitischer Überlastung die Wahl nicht an, damit waren wir noch 6- die Gynäkologen und die Kinderärzte sind jeweils ebenfalls 6, alle anderen weniger.

23.11. Krankenhaus- und Hochschulambulanzen müssen Facharztstatus bieten. Alle Patientenuntersuchungen müssen durch Fachärzte erfolgen oder durch diese supervidiert werden.

Auch im nächsten Jahr werden wir die Interessen der fachärztlich tätigen Internisten ohne Schwerpunkt in allen Gremien entschlossen vertreten.

Ihnen und Ihrer Familie wünschen wir schöne und erholsame Festtage!

Herzliche kollegiale Grüße,

Dr. med. Werner Bode                                       Dr. med. Andreas Buck

Landesvorsitzender Niedersachsen              1. Vorsitzender