Infobrief 1/2017

Liebe Mitglieder des BNFN,

ich hoffe, Sie hatten einen guten Start in das Jahr 2017!

Der BNFN-Vorstand ist für Sie in den letzten Wochen sehr aktiv mit der GOÄ-Reform beschäftigt.

Am 26.01. war ich bei der Bundesärztekammer in Berlin. Dort wurde die 2. Runde der GOÄ-Reform eingeleitet. In der 1. Runde im Sommer/Herbst 2016 wurden die Legendierungen der Gebührenordnungsziffern neu abgestimmt. Dabei haben sich die Vorstandsmitglieder Werner Bode (Kardiologie), Johannes Herzog (Gastroenterologie), Bernd Lüdemann (Angiologie, Diabetologie) und ich (Nephrologie, Diabetologie, Rheumatologie, Onkologie) so überzeugend eingebracht, dass die meisten unserer Vorschläge von den anderen Berufsverbänden konsentiert wurden.

Die 2. Runde der GOÄ-Reform misst jetzt den Personaleinsatz von Ärzten und Helferinnen. Die Abgabe soll zum 09.03.17 erfolgen, damit das Resultat noch zum nächsten Ärztetag vorliegt. Dies ist eine sehr sportliche Vorgabe, angesichts des riesigen zu bewältigenden Volumens!

Werner Bode hat sein Kapitel Kardiologie vor 3 Tagen bei mir abgegeben, Bernd Lüdemann das Kapitel Angiologie gestern. Ich selbst bin erst ¾ fertig.

Am 21.02. wird sich der Vorstand in einer Telefonkonferenz abstimmen.

Sowohl die Nephrologen, als auch der BNK und der bng haben mich inzwischen gefragt, wie wir das machen. Der BDI hatte gleich beide Hände gehoben und Undurchführbarkeit erklärt.

Unser Ansatz ist einfach besser: Wir fangen einfach an und geben ab, was wir schaffen. Es ist besser, 80-90% zu schaffen, als gleich aufzugeben.

Diese Haltung und der von uns eingebrachte Sachverstand als Niedergelassene (die meisten Verbände sind durch Kliniker vertreten!) haben dem BNFN bei der Bundesärztekammer und den anderen Berufsverbänden eindrucksvoll Respekt verschafft.

In der Vertreterversammlung  der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen sind wir jetzt 2 von 45: Johannes Herzog aus Lüneburg und  ich, Andreas Buck aus Hannover. Stefan Hermes aus Osnabrück ist leider zurückgetreten.

Mit 7 fachärztlichen Internisten von 45 Mitgliedern sind wir aber immer noch stark vertreten.

Am letzten Freitag wurde ich zum stellvertretenden Vorsitzenden des Beratenden Fachausschuss Fachärzte der KVN gewählt.

Gesundheitsminister Gröhe lähmt mit einem Dauerfeuer von sogenannten Gesundheitsstärkungsgesetzen die Organe der Selbstverwaltung.

Er führt leider weiterhin Projekte , wie den bundeseinheitlichen Medikamentenplan ein:

Gut gemeint, aber leider miserabel gemacht: Der zum 01.10. eingeführte Bundeseinheitliche Medikamentenplan BMP ist in den meisten Praxen noch nicht angekommen: zu Recht! Ein einheitlicher Medikamentenplan ist sicher zu befürworten, aber das vorgestellte Muster ist für Internisten u.a. unbrauchbar. Statt einer bewährten z.B. Excel-basierten Einbettung von Spezialplänen kann der 4-spaltige Standardplan keine Insulintherapien, keine Marcumarpläne, keine typischen Therapiepläne für M. Parkinson mit 5-6 Einnahmezeiten u.v.a.m. darstellen. Die angebotene Vergütung deckt nicht die Anschaffungskosten der Zusatzmodule der Praxissoftwarehersteller und die laufenden Kosten der BMP mit von uns selbst zu erstellenden Zusatzplänen.

Leider ist ärztlicher Sachverstand im BMG nicht gefragt!

Bleiben Sie gelassen und heiter – Sie sind Internist! Politiker kann man abwählen.

Mit freundlichem Gruß,

Ihr  Dr. med. Andreas Buck