Infobrief 5/2017

Liebe Mitglieder des BNFN,

wir wollen Ihnen am Jahresende wieder einen Rückblick über die berufspolitischen Ereignisse und die Aktivitäten Ihres BNFN-Vorstands geben.

 

Herr Dr. Lüdemann, 2. Vorsitzender, der mich künftig in der Pressearbeit, Innen- und Außenkommunikation unterstützt, gibt Ihnen im gleichzeitig versandten 4. Infobrief einen guten Überblick über unsere positiv verlaufene Mitgliederversammlung am 8.11.17 in Hannover und unsere bisherigen Aktivitäten im Jahr 2017.

Im Vordergrund unserer Arbeit standen die Überarbeitungen des EBM und der neuen GOÄ in zahlreichen Einzelsitzungen.

 

Am 24.11.17 war ich auf der Konzertierten Aktion der KBV und Berufsverbände.

Unserer neue Gesundheitsministerin in Niedersachsen, Dr. Carola Reimann wird allseits viel Vertrauen entgegengebracht. Sie ist promovierte Biotechnikerin und wird mit wissenschaftlichem Hintergrund sicherlich einen anderen Schwerpunkt setzen, als Cornelia Rundt, die aus der Pflege stammte.

Dr. Gassen erwartet die Einführung der Bürgerversicherung in dieser Legislaturperiode, sollte eine große Koalition zustande kommen. Mit dieser Einschätzung stimme ich überein. Mit entsprechenden Überleitungsfristen kann aber eine Verschmelzung der Versicherungssysteme frühestens in zehn Jahren oder mehr erfolgen.

Da auch die privaten Krankenversicherungen nicht mehr hinter einer Krankenvollversicherung stehen (Bei den GOÄ-Verhandlungen in München kam dies deutlich  zur Sprache), sollten auch wir uns darauf einstellen, nicht mehr alten Pfründen vergeblich hinterherzulaufen, sondern durch Verhandlungen die Zukunft für uns bestmöglich mitzugestalten. Die Zukunft liegt in einer allgemeinen Grundversicherung (Bürgerversicherung). Für uns ist es essenziell wichtig, dass ein präzise beschriebener Leistungskatalog definiert wird. Hier geht es für uns darum, scharfe Grenzen zu definieren. Dieses kann sinnvollerweise über die Befolgung von Leitlinien in Diagnostik und Therapie erfolgen. Zusätzliche Leistungen könnten über private Zusatzversicherungen abgerechnet werden. Das entspricht dem englischen Versicherungsmodell. Auch die Zahnärzte in Deutschland haben uns das erfolgreich vorgemacht. Wie sie alle wissen, verdienen die englischen Kollegen mehr als wir bei geringerer Wochenarbeitszeit. Die Zweiklassenmedizin, die die SPD verhindern will, kommt dann erst richtig zur Blüte.

Trotzdem brauchen wir die GOÄ als ärztliche Gebührenordnung auch langfristig zur Abrechnung von Gutachten, zur innerärztlichen Verrechnung, zur Abrechnung mit Krankenhäusern, Gerichten und anderen Institutionen, etc.

Die Nachschuss-Finanzierung der Laborvorabvergütung durch Hausärzte/Fachärzte wird von der KBV an die KVen der Länder delegiert, „damit  eine Mengensteuerung regional erfolgen kann“. Dieses ist eine feige Nichtstellungnahme der KBV.

Bei der Diskussion innerhalb der KV Niedersachsen werde ich mich als stellvertretender Vorsitzender des beratenden Fachausschuss Fachärzte und als Mitglied der Vertreterversammlung aktiv einbringen.

 

Am 8.12.2017 war ich als Gast bei der Vertreterversammlung der KBV. Dabei ging es mir um die Diskussion der dringend erforderlichen Laborreform. In Zusammenarbeit mit Peter Kalbe vom Bund Deutscher Chirurgen und Vorsitzender des beratenden Fachausschuss Fachärzte Niedersachsen, sowie Thomas Schröter, BDI LV Thüringen haben wir versucht, eine grundsätzliche Laborreform anzustoßen. Dieser Antrag ist an den Stimmen der Hausärzte gescheitert. Sicherlich ist es nach den Erfahrungen mit dem Duo infernale Gassen/ Feldmann richtig und wichtig, eine Einheit von Hausärzten und Fachärzten herzustellen. Die KBV-VV hat aber unseren Antrag abgelehnt, um den  innerärztlichen Frieden zwischen Hausärzten und Fachärzten nicht zu gefährden.

Dieses geht natürlich einseitig zulasten der Fachärzteschaft. Zahlreiche Berufsverbände, darunter der BDI haben bereits deutliche Stellungnahme zu diesem Eklat verfasst. Hierzu konnte ich mich konstruktiv mit Herrn Doktor Spies, Vorsitzender des BDI abstimmen.

Am Rande der Vertreterversammlung habe ich mit Herrn Dr. Rochell, Dezernatleiter des Dezernat 3 der KBV/Gebührenordnung ausführlich sprechen können. Wir hatten nachdem KBV-Gespräch am 20.9.2017 geglaubt, dass die Aufspaltung der EBM-Ziffer 13250 in die Einzelleistungen nun in trockenen Tüchern sei.

Leider haben die Verbände der Schwerpunkt-Internisten und der BDI interveniert. Für die Schwerpunkt-Internisten ist die 13250 gut verdientes Geld: die 13250 rechnet der Kardiologe ab, wenn er nur eine Langzeitblutdruckmessung erbracht hat, aber keine Echokardiographie. Ebenso der Gastroenterologe, wenn er einen Ganzkörperstatus erhoben hat, aber keine Endoskopie durchgeführt hat. Für die Schwerpunkte ist die 13250 eine Reserveziffer, die mit der letzten EBM-Reform aufgewertet wurde. Für uns stellt die 13250 den Facharztinternistischen Untersuchungskomplex dar und enthält sehr häufig mehrere der Teilleistungen in einem Behandlungsfall. Die Gesamtsumme bei Einführung der 13250 war damals kostenneutral. Es ist dann aber eine Umverteilung zulasten unserer Fachgruppe und zugunsten der Schwerpunktinternisten erfolgt. Wir können daher vom BDI und BNFI keine Unterstützung erwarten.

Am 20.09. war Herrn Dr. Lüdemann und mir in Aussicht gestellt worden, die 13250 in für unsere Fachgruppe in ihre Einzelpositionen aufzugliedern.

Der KBV erscheint es nunmehr nicht mehr möglich, die Ziffer 13250 in unterschiedlichen Schwerpunkten unterschiedlich zu bewerten. Dieser Logik kann ich durchaus folgen. Wir verfolgen derzeit folgende Strategie: Abrechnungsmöglichkeit des kardiologischen Komplexes I/II für unsere Fachgruppe in allen Fällen in denen eine  Echokardiographie (I) oder  Stressechokardiographie (II) erbracht wurde. Damit würde die 13250 auch für uns zur Nebenziffer für die Proktoskopie, den Allergietest, etc.

Wir haben zwar bei der KBV eine grundsätzliche Einsicht erreicht, müssen uns aber  gegen die Positionen der Schwerpunktinternisten behaupten.

 

Auch im nächsten Jahr werden wir die Interessen der fachärztlich tätigen Internisten ohne Schwerpunkt in allen Gremien entschlossen vertreten.

Ihnen und Ihrer Familie wünschen ich schöne und erholsame Festtage!

Herzliche kollegiale Grüße,

Dr. med. Andreas Buck

1. Vorsitzender des BNFN